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Im Visier der Steuerfahnder

Artikel vom:

01.11.2009

Themen:

Einkommensteuer, Rente, Einkünfte, Nebeneinkünfte, Nebenjob, Steuererklärung, Nachzahlung, rückwirkend

Ab Oktober müssen Rentner mit genaueren Kontrollen der Finanzämter rechnen. Die Steuerbeamten prüfen die Einkünfte seit der Einführung der 50-prozentigen Rentenbesteuerung 2005. Möglich wird dies durch Kontrollmitteilungen der Rentenversicherungen.

Nach Aussagen des Bundesfinanzministeriums soll bei den Nachforschungen mit Augenmaß vorgegangen werden. In welchen Fällen die Finanzämter nachhaken und ab welcher Höhe sie Nachforderungen stellen, bleibt allerdings im Ermessen der Beamten.

Rückwirkende Steuererklärung

Ein Steuerstrafverfahren ist nach Meinung von Experten kaum anzunehmen, wenn ein Rentner nur aufgrund der höheren Rentenbesteuerung ab 2005 Steuern nachzahlen muss. Jedoch ist zu erwarten, dass dann nicht nur eine Steuererklärung für das aktuelle Jahr abgegeben werden muss, sondern für bis zu 10 Jahre rückwirkend. Die sich daraus errechneten Steuern des gesamten Zeitraums zuzüglich der anfallenden Zinsen sind sofort fällig. Sollte jedoch durch die Überprüfung festgestellt werden, dass auch schon vor 2005 die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung vorgelegen hätte, weil der Rentner weitere Einkünfte (z. B. Vermietungseinkünfte) bezog, könnte es unangenehm werden.

Hintergrund

Seit 2005 sind Bezüge aus gesetzlichen Rentenversicherungen und berufsständischen Versorgungsrenten zu 50% steuerpflichtig. Bei Rentenbeginn nach 2005 erhöht sich der steuerpflichtige Anteil kontinuierlich, bis schließlich im Jahr 2040 100% der Renten zu versteuern sind (vgl. Tabelle). Vorher war der zu versteuernde Anteil vom Lebensalter des Rentners beim erstmaligen Bezug abhängig. Mit 65 Jahren betrug er beispielsweise 27%.

Jahr des Rentenbeginns Besteuerungsanteil Steuerfreie Monatsrente (Alleinstehender) Steuerfreie Jahresrente (Alleinstehender)
bis 2005 50 % 1.599 € 19.193 €
2006 52 % 1.524 € 18.293 €
2007 54 % 1464 € 17.572 €
2008 56 % 1409 € 16.906 €
2009 58 % 1385 € 16.626 €
2010 60 % 1353 € 16.235 €

Fazit:

In unklaren Fällen oder dann, wenn Nebeneinkünfte bestanden haben, ist zur Vermeidung einer Strafverfolgung dringend eine steuerliche Beratung zu empfehlen.

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