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Abmahnung bei Unfreundlichkeit

Artikel vom:

11.01.2015

Themen:

Mitarbeiter, Abmahnung, unfreundlich, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Beratungshinweis, Warnung, Pflichtverletzung, Landesarbeitsgericht, Abmahnung, Pflichten, Verstoß, Verhalten, beleidigt, Wiederholungsfall, Kündigung, Urteilsfall

Ist ein Arbeitnehmer extrem unfreundlich, rechtfertigt das eine Abmahnung.

Ein Arbeitnehmer war als Ausbildungsberater tätig. Zu seinen Aufgaben gehörte u. a. die Beratung von Auszubildenden. Ein solcher meldete sich per Mail wegen einer Auskunft bei ihm. In der folgenden Korrespondenz schrieb der Berater, dass er immer wieder nervige Anrufe habe. Auf den Vorwurf des Auszubildenden wegen fehlenden Beratungshinweisen in Formularen erwiderte er: „Die meisten von Ihnen (die Auszubildenden) lesen es ja leider nicht einmal.“ Und weiter: „Nach heute mittlerweile ca. 20 Anrufen (...) bleibt die Freundlichkeit einfach aus.“ Aufgrund einer darauf folgenden negativen Bewertung erteilte ihm der Arbeitgeber eine Abmahnung.

Abmahnung soll nur eine Warnung sein

Der Arbeitnehmer wehrte sich dagegen. Er gebe zu, dass die Wortwahl seiner Mails nicht optimal gewesen sei. Nach seiner Ansicht liege aber keine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung vor. Der Fall ging bis zum Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, welches die Abmahnung für gerechtfertigt hielt. Der beklagte Arbeitgeber war nach Ansicht der Richter berechtigt, die Verletzung der Vertragspflichten des Klägers mit einer Abmahnung zu rügen. Denn mit der Abmahnung wird der Arbeitnehmer auf seine vertraglichen Pflichten hingewiesen und auf die Verletzung seiner Pflichten aufmerksam gemacht. Damit wird der Verstoß gerügt und dokumentiert. Außerdem wird der Arbeitnehmer für die Zukunft zu vertragstreuem Verhalten aufgefordert und für den Fall der Wiederholung eine Kündigung angedroht, also eine Warnung ausgesprochen. Der Arbeitnehmer beleidigte zwar nicht den Auszubildenden, hat aber deutlich gemacht, dass er die Auszubildenden als Gruppe gering schätzt.

Fazit:

Eine so offen wie im Urteilsfall gezeigte schlechte Laune rechtfertigt eine Abmahnung, die im Wiederholungsfall auch eine wirksame Kündigung nach sich ziehen kann.

© InfoMedia


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