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Erfüllungsgehilfe Bank

Artikel vom:

12.07.2010

Themen:

Abgeltungssteuer, Schenkungen von Depotwerten

Eine wenig bekannte Regelung verpflichtet Banken seit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 indirekt, Schenkungen von Depotwerten dem Finanzamt zu melden. Ab 2012 soll die neue Steueridentifikationsnummer dabei gleich mitgeliefert werden.

Betroffen sind Anteile an Körperschaften, Aktien, Genussrechte, Schuldverschreibungen und andere Kapitalforderungen, die üblicherweise in Depots verwahrt werden. Bei Übertragung solcher Kapitalien auf eine andere Person geht der Fiskus seit 2009 grundsätzlich davon aus, dass es sich um ein entgeltliches Geschäft handelt. 

Deshalb verpflichtet er das Institut, welches die Anlagen verwahrt oder verwaltet, zur Einbehaltung der 25-prozentigen Kapitalertragsteuer zuzüglich Soli und etwaiger Kirchensteuer. Die Bemessungsgrundlage ist 30 % des Depotwerts.

Der Abgeltungssteuer-Trick

Mit dieser neuen Regelung zwingt das Finanzamt Anleger, Schenkungen zu melden: Haben diese ihre Depotwerte nicht verkauft, sondern verschenkt, müssen sie das ihrer Bank mitteilen, um sich die Steuer zu sparen. Das Institut behält zwar dann die 25-prozentige Kapitalertragssteuer nicht ein. Es ist aber laut Gesetz verpflichtet, die Schenkung mit Angabe von Namen und Wohnort zu melden.

Die Aufforderung der Finanzverwaltung, eine Schenkungsteuererklärung abzugeben, wird danach nicht lange auf sich warten lassen. Für 2012 ist sogar eine Verschärfung des Gesetzes geplant. Ab da soll auch die neue Steueridentifikationsnummer von Schenker und Beschenktem gemeldet werden.

Fazit:

Ohne es vorher öffentlich zu machen, wurde die Gesetzesänderung zur Abgeltungsteuer dazu benutzt, Schenkungen künftig besser überwachen zu können. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum gläsernen Steuerbürger ist damit getan.

© InfoMedia


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