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Gewerbetreibende: Wer muss eine zusätzliche Steuerbilanz erstellen?

Seit Inkrafttreten des neuen Bilanzmodernisierungsgesetzes können Gewerbetreibende sich in bestimmten Fällen nicht darauf beschränken, eine Einheitsbilanz aufzustellen, die zugleich Handels- wie Steuerbilanz ist. Wir zeigen, welche Firmen betroffen sind.

Kapitalgesellschaften wie AG und GmbH müssen Handelsbilanzen aufgrund ihrer Rechtsform immer erstellen. Gewerbetreibende sind hingegen nur dann betroffen, wenn ihr Betrieb an zwei aufeinander folgenden Stichtagen mehr als € 500.000 Umsatz und mehr als € 50.000 Gewinn macht. Das gilt unabhängig davon, ob die Firma im Handelsregister eingetragen ist.

Oft wurde bisher nur eine Bilanz erstellt, die zugleich Handels- und Steuerbilanz war. Jetzt müssen in folgenden Fällen zwei getrennte Bilanzen erstellt werden:

Steuerliche Sonderabschreibung

Zur Senkung der Steuerlast werden oft zusätzlich zur normalen Abschreibung sogenannte Sonderabschreibungen vorgenommen. Muss eine Firma eine Handelsbilanz erstellen und ist in der Vergangenheit oder im laufenden Jahr eine Sonderabschreibung gebildet worden, entsprechen die Wertansätze in der Handelsbilanz nicht mehr denen in der Steuerbilanz. In diesen Fällen ist zukünftig eine eigene Steuerbilanz zu erstellen.

Langfristige Rückstellungen

Gibt es Rückstellungen, wie solche für Garantien oder Pensionen, mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, muss der errechnete Bedarf abgezinst werden. Während in der Steuerbilanz für die Berechnung ein Einheitszinssatz von 5,5 % vorgeschrieben ist, muss in der Handelsbilanz der durchschnittliche Marktzinssatz angewendet werden. Da die Ansätze der beiden Bilanzvarianten voneinander abweichen, ist auch hier zwingend eine separate Steuerbilanz zu erstellen.

Latente Steuern

Liegen zwischen den Wertansätzen in Handels- und Steuerbilanz Differenzen vor, die sich in späteren Jahren ausgleichen, entstehen dadurch latente Steuern. Diese können aktiv oder passiv sein. Aktive Steuern gibt es z. B. im Fall eines steuerlichen Verlustvortrags.

Passive latente Steuern, also zukünftig drohende Steuerbelastungen, können entstehen, wenn steuerliche Sonderabschreibungen vorgenommen, steuerfreie Rücklagen gebildet oder Investitionsabzugsbeträge geltend gemacht werden.
Diese latenten Steuern müssen gebucht werden. Auch hier ist eine eigene Steuerbilanz regelmäßig notwendig.

Fazit:

Nicht alle zu einer Handelsbilanz verpflichteten Betriebe haben abweichende Wertansätze, die eine gesonderte Steuerbilanz notwendig machen. Lassen Sie uns gemeinsam feststellen, ob Sie eine separate Steuerbilanz aufstellen sollten und wie wir Sie dabei im Vorfeld unterstützen können.

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