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So verrechnen Bauleister ohne Umsatzsteuer

Artikel vom:

11.01.2015

Themen:

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Ein Baugewerbe kann ohne Umsatzsteuer abrechnen, wenn der Leistungsempfänger eine Bescheinigung als Bauleister besitzt.

Steuerschuldnerschaft

Zur Eindämmung von Umsatzsteuer­betrug gibt es für Leistungen am Bau seit 2004 die Steuerschuldnerschaft des ­Leistungsempfängers. Das bedeutet, dass nicht wie im Normalfall der leistende Unternehmer USt in Rechnung stellt, vom Leistungsempfänger kassiert und an den Fiskus abführt, sondern dass die Leistung ohne USt abgerechnet wird. Das gilt nur für bestimmte Arten von Umsätzen, eine der wichtigsten sind Leistungen am Bau.

Bauleistungen

Betroffen sind Werklieferungen und Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen, jedoch ohne Planungs- und Überwachungsarbeiten. Weitere Voraussetzung ist, dass auch der Leistungsempfänger so genannter Bauleister ist, also ebensolche Werklieferungen oder Leistungen ausführt.

Übergang der Steuerschuldnerschaft

Bei Vorliegen der Voraussetzungen rechnet der Leistende ohne USt ab, jedoch mit dem Hinweis, dass der Leistungsempfänger die USt schuldet. Ist Letzterer zum Vorsteuerabzug berechtigt, ist das bei ihm ein Nullsummenspiel, denn er bucht USt und Vorsteuer in gleicher Höhe und muss damit keine Steuer bezahlen.

Die neue Bescheinigung

Da es insbesondere bei Bauträgern oft unklar ist, ob sie als Leistungsempfänger die Voraussetzungen erfüllen, gab es immer wieder Unstimmigkeiten. Das sollte mit der Neuregelung vorbei sein. Denn ab 01.10.2014 genießt man immer dann Vertrauensschutz, wenn der Leistungsempfänger vom zuständigen Finanzamt eine Bescheinigung hat, dass er Bauleister ist. Sie gilt im Übrigen maximal 3 Jahre lang.

Fazit:

Alle betroffenen Bauleister sollten möglichst bald die neue Bescheinigung beantragen und diese dann ihren Auftragnehmern aushändigen. Liegt der Nachweis nämlich nicht vor, darf der Leistende das doch praktische Abrechnen ohne Umsatzsteuer nicht anwenden.

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