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Rentenbeiträge: Auch Nebenberufler müssen zahlen

Artikel vom:

25.08.2010

Themen:

Sozialversicherung, Rentenversicherungspflicht, Nebenberuf, arbeitnehmerähnliche Selbständigkeit

Eine selbständige Tätigkeit, die neben einer abhängigen Beschäftigung ausgeübt wird, kann der Rentenversicherungspflicht unterliegen. Das entschied kürzlich das oberste Sozialgericht.

Ein im Nebenberuf als Handelsvertreter tätiger Mann hatte gegen die Forderung der Rentenkasse auf zusätzliche Beitragszahlung für seine selbständige Tätigkeit geklagt. Der Kläger war im Hauptberuf abhängig beschäftigt und unterlag deshalb bereits der Rentenversicherungspflicht.

Wie ein Arbeitnehmer

Das Gericht erachtete die Beitragsfestsetzung für rechtmäßig, weil der Kläger nach Ansicht der Richter als arbeitnehmerähnlicher Selbständiger einzustufen sei. Dies ist dann der Fall, wenn selbständig tätige Personen keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind.

Wesentlichkeitsgrenze

Die Arbeit als Handelsvertreter sei zwar unstrittig eine selbständige Tätigkeit, weil die Tätigkeit im Wesentlichen frei gestaltbar sei und die Arbeitszeit selbst bestimmt werde. Jedoch sei der Kläger nur für einen Auftraggeber tätig. Zwar habe er als Arbeitnehmer eine weitere Person als Auftraggeber. Diese Tätigkeit wird aber bei der Vergleichsberechnung nicht einbezogen. Als Maßstab der Wesentlichkeitsgrenze gelten nur selbständige Erwerbstätigkeiten.

Fazit:

Nebenberufler mit nur einem Auftraggeber müssen laut neuester Rechtsprechung Beiträge zur Rentenversicherung sowohl für die abhängige als auch für die selbständige Tätigkeit bezahlen, jedoch maximal auf eine Bemessungsgrundlage von derzeit monatlich 5.500 €. Dabei werden die Bezüge der abhängigen und der selbständigen Arbeit zusammengerechnet, wenn die Einkünfte über 400 € liegen. Existenzgründer sind auf Antrag in den ersten 3 Jahren von einer Beitragspflicht befreit.

 

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