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Umsatzsteuer: Änderungen bei sonstigen Leistungen

Artikel vom:

01.11.2009

Themen:

Umsatzsteuer, Empfängerort

Für Unternehmer, die sonstige Leistungen mit grenzüberschreitendem Sachverhalt erbringen oder beziehen gelten ab 1. Januar einige Neuregelungen. Entscheidend ist dabei die Frage, an welchem Ort die Leistung als erbracht gilt.

Grundsätzlich fällt die Umsatzsteuer dann in Deutschland an, wenn sich auch der Leistungsort hierzulande befindet. Liegt er in einem anderen Land, muss dort Umsatzsteuer bezahlt werden.

b2b-Umsatz

Im Falle des grenzüberschreitenden Umsatzes zwischen Unternehmen (b2b) schuldet ab diesem Jahr der Empfänger von sonstigen Leistungen in seinem Land die Umsatzsteuer. (Andere Regelungen gelten nach wie vor für Lieferungen.) Als Ort der Leistung wird jetzt der Empfängerort definiert. Damit dreht sich die Steuerlast in diesem Falle um. Es gibt jedoch Ausnahmen. Sie betreffen beispielsweise Grundstücksleistungen oder kulturell-wissenschaftliche Tätigkeiten. Hier ist der Leistungsort der Ort der Tätigkeit.

b2c-Umsatz

Auch bei Umsätzen zwischen Unternehmen und Privatkunden gelten die oben als Ausnahmefälle definierten Leistungen als am Ort der Tätigkeit erbracht. Neu ist, dass für so genannte Katalogleistungen nun am Empfängerort Umsatzsteuer anfällt. Sie umfassen beispielsweise Werbe- oder Datenverarbeitungsdienstleistungen, die an Privatpersonen in Nicht-EU-Ländern erbracht werden. In allen sonstigen Fällen ist der Ort der Leistung der Sitz des Unternehmens.

b2b =
business to business oder Unternehmer leistet an Unternehmer
b2c =
business to consumer oder Unternehmer leistet an Privatmann
Ausnahmefälle =
Grundstücksleistung, kulturelle, künstlerische, wissenschaftliche, unterrichtende, sportliche, unterhaltende Tätigkeit, Personenbeförderung
Katalogleistungen =
z. B. Werbeleistung, Datenverarbeitung, rechtliche und wirtschaftliche Beratung, wenn die Leistung an den Empfänger (Privatmann) im Nicht-EU-Land erbracht wird

Fazit:

Um Nachforderungen zu vermeiden, ist auf die strikte Anwendung der geänderten Regelungen und auf die Beachtung der Formerfordernisse zu achten. Vor allem die neuen Dokumentations- und Meldepflichten müssen eingehalten werden. Bitte sprechen Sie in Zweifelsfällen unbedingt mit Ihrem steuerlichen Sachbearbeiter.

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