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Wirbel um Frühstückskosten

Artikel vom:

12.07.2010

Themen:

Lohnsteuer, Hotelrechnungen, Frühstück

Reisekosten wie Übernachtungskosten sind für den Arbeitnehmer immer steuerfrei. Etwas anderes gilt für die oft in der Hotelrechnung enthaltenen Kosten des Frühstücks. Sie müssen vom Arbeitnehmer lohnversteuert werden.

Ist der Frühstückspreis nicht gesondert ausgewiesen oder nur Teil eines Sammelpostens für andere Leistungen (19 % USt), hängt die Höhe des lohnsteuerlich zu erfassenden Vorteils davon ab, ob die Frühstücksgestellung durch den Arbeitgeber veranlasst ist oder nicht. Ist Ersteres der Fall, muss lediglich der amtliche Sachbezugswert von derzeit € 1,57 versteuert werden. Ist es nicht so, dann sind pauschal € 4,80 anzusetzen. Sollte der Frühstückspreis separat ausgewiesen sein, was ab Januar 2010 häufig der Fall sein dürfte, so muss sogar der ausgewiesene Preis lohnversteuert werden.

Mit oder ohne Frühstück?

Der geringere Sachbezugswert von € 1,57 fällt an, wenn die im Interesse des Arbeitgebers unternommene Auswärtstätigkeit zu der Übernachtung mit Frühstück führt die Rechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und der Arbeitgeber oder eine andere durch ihn beauftragte Person (nicht der betroffene Arbeitnehmer) die Leistung bucht und eine entsprechende Buchungsbestätigung des Hotels vorliegt.

Buchung durch den Arbeitnehmer

Die Buchung der Übernachtung mit Frühstück durch den Arbeitnehmer wird als durch den Arbeitgeber veranlasst anerkannt, wenn  dienst- oder arbeitsrechtliche Regelungen dies vorsehen. Davon ist insbesondere auszugehen, wenn die Buchungsmöglichkeit durch den Arbeitnehmer selbst in einer Dienstanweisung, einem Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt ist und die Buchung des Arbeitnehmers im Rahmen einer vom Arbeitgeber festgelegten und regelmäßig akzeptierten Übernachtungsmöglichkeit (z. B. bestimmter Preisrahmen oder vorgegebene Hotelkategorien) vorgenommen wird oder eine planmäßige Buchung ausnahmsweise nicht möglich war, z. B. bei spontanem Einsatz und wenn der Arbeitgeber die Kosten auch erstattet hat.

Fazit:

Für die lohnsteuerlich günstigste Lösung sollten die oben beschriebenen Voraussetzungen eingehalten werden. Denn ist der Frühstückspreis wie oft ab Januar 2010 extra enthalten, muss bei Arbeitnehmerveranlassung der ausgewiesene Preis lohnversteuert werden, was die teuerste Variante ist.

© InfoMedia


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