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Erbschaftsteuer light

Artikel vom:

31.08.2009

Themen:

Erbschaftssteuer, Erbe, Schenkung, Betriebsvermögen, Steuern,

Seit 1.1.2009 gilt das neue Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz. Für Erben von Betriebsvermögen sollen Steuerlasten dadurch minimiert oder ganz verhindert werden. Wir stellen die beiden Verschonungsmodelle vor.

Müssten Nachfolger in Familienbetrieben Erbschaft- oder Schenkungsteuer in vollem Umfang zahlen, wäre das der Todesstoß für so manches Unternehmen. Seit Beginn dieses Jahres gibt es deshalb zwei Modelle, die die Steuerlast minimieren sollen.

Regelverschonung

Bei der so genannten Regelverschonung verzichtet der Staat auf 85% der Besteuerung, wenn der Betrieb über 7 Jahre fortgeführt wird. Er darf also nicht aufgegeben oder veräußert werden. Außerdem muss die Lohnsumme im selben Zeitraum im Wesentlichen beibehalten werden. Sie bezieht sich auf die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer in den letzten fünf Jahren vor Übertragung. Bei Betrieben unter 10 Arbeitnehmern fällt sie weg.

Verstoßen Betriebe gegen die Behaltefrist, kommt es zu einem zeitanteiligen rückwirkenden Wegfall der Verschonung. Eine Nichteinhaltung der Lohnsumme hat ebenfalls eine Nachversteuerung zur Folge, jedoch nur in dem Verhältnis, in dem die Gesamtlohnsumme tatsächlich unterschritten wurde.

Optionsmodell

Ähnliche Bedingungen gelten auch für das Optionsmodell. Es sieht sogar eine hundertprozentige Befreiung vor. Dafür betragen aber Behalte- und Lohnsummenfrist zehn Jahre. Ferner liegt der für die Lohnsumme maßgebliche Prozentsatz bei 100 Prozent, sodass im Ergebnis die ermittelte durchschnittliche Lohnsumme vor der Übertragung für zehn Jahre fortgeführt werden muss. Bei Nichteinhaltung greift derselbe Nachzahlungsmodus wie bei der Regelverschonung.

Verwaltungsvermögen

Für beide Modelle wichtig ist das so genannte Verwaltungsvermögen. Es darf im Fall der Regelverschonung höchstens 50% und im Fall des Optionsmodells höchstens 10% betragen. Zum Verwaltungsvermögen gehören Dritten zur Nutzung überlassene Grundstücke und Gebäude, Anteile an Kapitalgesellschaften, wenn die unmittelbare Beteiligung am Nennkapital 25% oder weniger beträgt, Wertpapiere sowie vergleichbare Forderungen sowie Kunstgegenstände.

Fazit:

Die Entlastung von Betrieben bei der Erbschaftsteuer ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die staatliche Einflussnahme auf die Lohnpolitik könnte jedoch die Wettbewerbsfähigkeit wieder schwächen. Eine genaue Analyse der Situation vor Inanspruchnahme eines der Modelle ist deshalb umso wichtiger.

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