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Unbürokratische Lösung EÜR

Artikel vom:

01.11.2009

Themen:

Sonstiges, Bilanzrechtsmodernisierungsrecht, Buchführung, Bilanzierung, Einzelunternehmung, EÜR

Das neue Bilanzrechtsmodernisierungsrecht (BilMoG) erhöht die Grenzen für die Buchführungspflicht und passt die handelsrechtlichen an die steuerrechtlichen Werte an. Der Umstieg von der Bilanzierung auf die unbürokratischere Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ist trotzdem nicht in jedem Fall ratsam.

Ob ein Einzelkaufmann der Buchführungspflicht unterliegt, also eine Bilanz erstellen muss, entscheiden verschiedene Faktoren. Liegt sein Umsatz beispielsweise unter 500.000 und sein Gewinn unter 50.000€, muss er seine so genannten Geschäftsvorfälle nicht bilanzieren, sondern kann Belege geordnet sammeln und sie in Tabellenform erfassen.

Inventur

Befreit ist er in diesem Fall auch von der jährlichen Inventur und von der Erfassung und Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten. Als Jahresabschluss reicht eine Auflistung der Zahlungsein- und -ausgänge.

Trotzdem sei vor einem unüberlegten Übergang auf die einfachere und kostengünstigere Überschussrechnung gewarnt: Beim Wechsel zur EÜR sind sämtliche Rückstellungen Gewinn erhöhend aufzulösen und bilanzierte Warenbestände Gewinn mindernd zu erfassen. Das kann im Jahr des Übergangs sowohl eine enorm hohe Steuerlast bewirken, aber auch einen Verlust, der steuerlich ganz oder teilweise ins Leere geht.

Drohender Informationsverlust

Außerdem lässt die EÜR nur sehr bedingt eine Aussage über das betriebswirtschaftliche Ergebnis zu. Banken bestehen deshalb bei höheren Kreditausreichungen auf der Erstellung von Bilanzen. Darüber hinaus sind sie Grundlage jeder Liquiditäts- und Finanzplanung.

Fazit:

Der Übergang von der Bilanzierung auf EÜR sollte wegen des damit einhergehenden Informationsverlustes gut überlegt werden. Wir klären Sie im konkreten Fall gerne über Vor- und Nachteile auf.

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