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Aktien: Verluste bei wesentlichen Beteiligungen

Der Gesetzgeber hat eine Begünstigung bei Verlusten aus wesentlichen Beteiligungen gekippt.

Nach den ab 2009 geltenden Regelungen sind alle Einnahmen und Vermögensmehrungen aus privat gehaltenen Aktien und sonstigen Wertpapieren zu versteuern. Verluste aus dem Verkauf der Anteile kann man steuerlich geltend machen, jedoch nur durch Saldierung mit Gewinnen aus Wertpapieren.

Eine Verrechnung der Verluste mit positiven anderen Einkünften ist nur bei Vorliegen von sogenannten wesentlichen Beteiligungen möglich. Das trifft zu, wenn ein Veräußerer innerhalb der letzten 5 Jahre am Kapital der Gesellschaft zu mindestens 1 Prozent beteiligt war. Sie können allerdings nur anteilig, nämlich zu 60 % steuermindernd geltend gemacht werden.

Ertraglose Beteiligungen

Die obersten deutschen Steuergerichte hatten diese 60 %-Regel jedoch in den Fällen nicht für anwendbar erachtet, wenn es sich um ertraglose Beteiligungen handelte. Das soll der Fall sein, wenn für die Anlage nie Dividenden bezahlt wurden, wenn das Finanzamt nie eine verdeckte Gewinnausschüttung entdeckt hatte und auch bei Verkauf oder Auflösung keinerlei Einnahmen erzielt worden sind.

Es folgte ein Streit zwischen Finanzverwaltung und Bundesfinanzhof, bis im Sommer 2010 die volle Verlustverrechnung bei gänzlich ertraglosen wesentlichen Beteiligungen als Zwischenlösung wieder zugelassen wurde. Dies geschah aber nur deshalb, weil der Fiskus bereits eine Gesetzesänderung in die Wege geleitetet hatte. Diese wurde nun im Jahressteuergesetz 2010 verabschiedet.

Ab 2011 ist lt. Gesetz die 60%-Regel zwingend anzuwenden.

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