HKF Beratergruppe – Steuerberater. Wirtschaftsprüfer. Rechtsanwälte. Insolvenzverwalter. Im Raum Bonn und Berlin.

Freie Mitarbeit auf dem Prüfstand

Artikel vom:

01.11.2009

Themen:

Sozialversicherung, Betriebsprüfung, freie Mitarbeiter, Arbeitnehmer, Scheinselbständigkeit

Betriebsprüfer der deutschen Rentenversicherung interessieren sich wieder verstärkt dafür, ob es sich bei als freien Mitarbeitern beschäftigten „Unternehmern" de facto um reguläre Arbeitnehmer handelt. Mithilfe des so genannten Statusfeststellungsverfahrens gehen sie Verdachtsfällen nach.

Meinen die Prüfer, dass eine Selbständigkeit nur zum Schein besteht, erstellen sie Kontrollmitteilungen. Anhand verschiedener Prüfkriterien wird dann festgestellt, ob es sich um eine echte Selbständigkeit handelt. 

Folgen:

Fällt das Ergebnis negativ aus, wird es für den Auftraggeber teuer. Die Sozialversicherungsbeiträge können dann für bis zu fünf Jahre nachgefordert werden. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit soll der Zeitraum sogar auf bis zu 30 Jahre ausgeweitet werden können. Die nachzuzahlenden Beiträge des Scheinselbständigen zur Sozialversicherung kann der Auftraggeber von diesem hingegen bestenfalls für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten zurückholen. Schließt sich das Finanzamt der Betrachtung der Prüfer an, kann der Auftraggeber zusätzlich zur Abführung von Lohnsteuern verpflichtet werden und verliert auch noch die Berechtigung zum Abzug der bezahlten Vorsteuer.

Die Prüfkriterien im Einzelnen

Wichtigste Kriterien für die Feststellung der Scheinselbständigkeit sind Weisungsabhängigkeit und die Eingliederung in den Betrieb. Als sehr wahrscheinlich gilt sie dann, wenn folgende Kriterien zutreffen:

  • 5/6 des Gesamt-Umsatzes wird bei nur einem Auftraggeber erzielt.
  • Es werden keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt (400€-Kräfte gelten nicht)
  • Es wird eine arbeitnehmertypische Beschäftigung ausgeübt
  • Es werden nur wenig anspruchsvolle Tätigkeiten erbracht
  • Kein unternehmerischer Marktauftritt (eigenes Büro, Werbung, eigene Maschinen etc.)

Fazit:

Generell sollte man bei der Beschäftigung von Subunternehmern vorsichtig sein. Sicher ist man nur mit einer positiven Statusfeststellung. Bitte nehmen Sie deshalb in Zweifelsfällen unbedingt mit uns Kontakt auf.

© InfoMedia


Diese Seite verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Weitere Informationen und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.