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Spekulieren mit dem Gebrauchten

Ist der Kauf und Verkauf eines Gebrauchtwagens ein Spekulationsgeschäft, das bei Verlusten steuerlich geltend gemacht werden kann? Ja, meinte noch 2008 der Bundesfinanzhof. Aufgrund einer Gesetzesänderung würde das Urteil heute jedoch anders ausfallen.

Ein Prozess vor dem Bundesfinanzhof zeigte 2008 interessante steuerliche Perspektiven auf: Der Kläger hatte sich einen Gebrauchtwagen gekauft und zehn Monate später wieder verkauft. Laut Gesetz sind solche privaten Veräußerungsgeschäfte dann Spekulationsgeschäfte und unterliegen der Einkommensteuer, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Etwaige Gewinne sind zu versteuern, eventuelle Verluste können steuermindernd geltend gemacht werden.

Neue Gesetzeslage

Entsprechend dieser Regelung wollte der Kläger seinen erlittenen Verlust beim Verkauf steuerlich geltend machen. Das Finanzamt jedoch weigerte sich.

Es begründete seine Auffassung damit, dass Gegenstände des täglichen Gebrauchs in der Regel keine Wertsteigerung erführen. Es fehle deshalb an der allgemein im Einkommensteuerrecht erforderlichen Absicht zur Erzielung von Einkünften. Das oberste Steuergericht gab dem Kläger Recht. Das Fehlen eines objektiven Wertsteigerungspotenzials reiche laut Urteil nicht dafür aus, solche Wirtschaftsgüter aus dem Geltungsbereich des Gesetzes zu nehmen.

Die Bundesregierung änderte daraufhin umgehend das Einkommensteuergesetz. Ab 2011 werden bei Spekulationsgeschäften nun Gegenstände des täglichen Gebrauchs explizit ausgenommen.

Fazit:

Sicher ein Beitrag zur Steuervereinfachung, dass Gebrauchsgegenstände eben keiner Steuerpflicht unterliegen.

© InfoMedia


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