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Steuervorteile bei Solarstrom

Artikel vom:

12.07.2010

Themen:

Umsatzsteuer, Solarstrom, Steuervorteile, Vorsteuerabzug

Wer regelmäßig Strom aus einer Photovoltaikanlage ins Netz einspeist, muss Umsatzsteuer bezahlen. Vor allem in punkto Vorsteuerabzug kann das Finanzierungsvorteile haben.

Speisen Betreiber von Photovoltaikanlagen den erzeugten Strom regelmäßig ganz oder teilweise ins Netz, sind Einspeisevergütung und Lieferentgelt des Netzbetreibers steuerpflichtiger Umsatz, für den 19 % Steuern anfallen. Das gilt auch dann, wenn der Betreiber sonst nicht unternehmerisch tätig ist.

Vorsteuerabzug

Der Vorteil dieser Regelung liegt in der Möglichkeit zum Vorsteuerabzug. Da die Anlage Unternehmensvermögen ist, kann die Vorsteuer aus den gesamten Anschaffungskosten und den laufenden Kosten in vollem Umfang abgezogen werden. Das hat positive Auswirkung auf die Liquidität, da die Vorsteuer vom Finanzamt zurückerstattet wird und nur mehr der Nettobetrag finanziert werden muss. Dabei gilt es aber zu beachten, dass für diesen Fall die Anlage mindestens fünf Jahre unternehmerisch genutzt werden muss. Wird innerhalb dieses Zeitraums das Grundstück, auf dem die Anlage steht, entweder veräußert oder der Betreiber geht zur Kleinunternehmerregelung über, muss die angemeldete und erstattete Vorsteuer aus den Anschaffungskosten zeitanteilig zurückgezahlt werden.

Dachsanierung

Ein weiterer Vorteil kann sich bei einer Dachsanierung ergeben, die durch den nachträglichen Einbau einer Photovoltaikanlage nötig wird. Ist sie wegen eines nicht ausreichend tragfähigen Dachs für den Einbau erforderlich, unterliegen auch die Kosten dafür der Regelung für den Vorsteuerabzug. Der Anteil der unternehmerischen Nutzung kann dabei pauschal mit 50% angenommen werden und ermöglicht den Abzug der Vorsteuer in entsprechender Höhe. Ist die Sanierung dagegen für die Installation der Anlage nicht zwingend erforderlich, ist der Vorsteuerabzug nicht möglich.

Umsatzsteuererklärung

Unterliegen Betreiber von Photovoltaikanlagen durch anderweitige Tätigkeiten der Umsatzsteuer, müssen alle umsatzsteuerlichen Sachverhalte zusammen angemeldet werden. Wird nur für die Photovoltaikanlage Umsatzsteuer fällig, müssen im Jahr der „Betriebseröffnung" und im darauf folgenden Jahr die umsatzsteuerlichen Daten monatlich abgegeben werden. Der Abgabezeitraum verlängert sich im Anschluss daran auf vierteljährlich, wenn die Steuer für das vorangegangene Jahr nicht mehr als 7.500 Euro beträgt (Saldo zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer). Dieser Zeitraum erweitert sich nochmals auf das Kalenderjahr, wenn im Vorjahr Steuern mit nicht mehr als 1.000 Euro angefallen sind.

Fazit:

Trotz der aktuellen Diskussionen um die Reduzierung der Förderung von Photovoltaikstrom, gibt es bei Investitionen in eine private Photovoltaikanlage nach wie vor attraktive steuerliche Möglichkeiten.

© InfoMedia


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