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Unternehmensübergaben richtig planen

Artikel vom:

08.12.2010

Themen:

Sonstiges, Unternehmensübergabe, Unternehmensnachfolge, Firmenübergabe, Firmenübergang

Allein in Bayern sind jährlich etwa 12.000 Betriebe mit circa 100.000 Arbeitsplätzen von einem Firmenübergang betroffen. Welche der verschiedenen Übergabeformen die beste ist und wie der Übergabeprozess optimal gestaltet werden kann, ist dabei nicht immer leicht zu entscheiden.

Bei der Vorbereitung einer Übergabe ist die frühzeitige Planung das Wichtigste. Viele Betriebe werden aus Altersgründen übergeben. Ein Nachfolgeprozess kann sich aber über mehrere Jahre erstrecken und sollte weit vor dem endgültigen Rückzug aus der eigenen Firma gut durchdacht werden.

Familie oder Mitarbeiter?

Immer öfter kommt es zudem vor, dass sich kein Nachfolger aus der Familie findet. Um in solchen Fällen den Fortbestand zu sichern, kann der Betrieb entweder von einem Mitarbeiter übernommen oder einem firmenexternen Nachfolger verkauft werden.

Altersabsicherung

Eine erfolgreiche Übergabe dient natürlich auch der finanziellen Absicherung im Alter. Welche der verschiedenen Varianten für den Verkauf die beste ist, sollte deshalb genau geprüft werden. Eine Firma kann sowohl per Einmalzahlung als auch in Raten verkauft werden. Bei Gesellschaften ist eine Veräußerung außerdem in Etappen möglich. Denkbar ist auch, eine Übergabe gegen Renten, eine dauernde Last oder eine Betriebsverpachtung zu vereinbaren.

Schenken und Erben

Echte Gefahr für den Weiterbestand eines zu übergebenden Betriebs geht von zu großen Liquiditätsabflüssen aus. Sie drohen wegen Erbschafts- und Schenkungssteuer, wenn ein Betrieb unentgeltlich übergeben wird.

Durch eine Änderung im Erbschafsteuerrecht gibt es für diese Fälle allerdings seit 2009 eine Erleichterung. Bei im Wesentlichen unveränderter Betriebsfortführung bleibt die Übertragung unter bestimmten Voraussetzungen zu 100% bzw. zu 85% steuerfrei. Mit dem neuen Gesetz wurden darüber hinaus für direkte Verwandte wie Eltern und Kinder die Steuerfreibeträge verdoppelt.

Risiko Liquiditätsabfluss

Ein weiteres Liquiditätsrisiko kann durch ein fehlendes Testament entstehen. Alle Erben haben in diesem Fall Anspruch auf das gesetzliche Erbteil und müssen vom Übernehmer entsprechend ausbezahlt werden. Ein im Testament nicht oder nur wenig bedachter Ehegatte kann bei gesetzlichem Güterstand Anspruch auf Zugewinnausgleich erheben. Nicht oder nur gering bedachte gesetzliche Erben können zudem Pflichtteilsansprüche geltend machen. Ist die Vererbung unklar geregelt, drohen hohe Prozessrisiken zur Klärung der Ansprüche. Auch hier sichert nur die rechtzeitige testamentarische Gestaltung vor ungewolltem Liquiditätsabfluss.


Weiter mit Teil 2: Gut gerüstet – auch im Notfall

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